27.10.2012

Unerhörter Mut. Eine Liebe in Zeiten des Rassenwahns

Am kommenden Dienstag erzählt der ehemalige Landgerichtspräsident Dr. Alfons Dür in der Begegnungsstätte Alte Synagoge von einer unglaublichen, leider tragisch endenden Liebesgeschichte, die sich auch in Wuppertal und Solingen abgespielt hat.

In dem kürzlich erschienenen und in der „Süddeutschen Zeitung“ sehr positiv besprochenen Buch erzählt der pensionierte Landgerichtspräsident Dr. Alfons Dür die tragische Geschichte des Kölners Heinrich Heinen und der Jüdin Edith Meyer aus Langenfeld, die er anhand von Originaldokumenten erforscht hat. Aus seinem  emotional aufwühlenden und anrührenden Buch wird Alfons Dür am kommenden Dienstag in der Begegnungsstätte lesen.

Edith Meyer wurde 1942 von ihrem Verlobten aus dem Ghetto Riga befreit. Foto: Slg. Günther Schmitz

Die tragisch verlaufende Rettungsgeschichte, von der pensoniert Jurist berichten wird, klingt nahezu unglaublich: Zu Ostern 1942 befreite der 22-jährige Heinrich Heinen seine gleichaltrige jüdische Braut Edith Meyer aus dem Ghetto von Riga – was angesichts der dort herrschenden katastrophalen Lebensverhältnisse und der Kontrollen von Polizei und SS nur unter allerhöchstem Risiko möglich gewesen ist.  Das Paar  wollte sich bis in die Schweiz durchschlagen und dort heiraten. Sie gelangten – über Solingen und andere Stationen – tatsächlich bis nach Feldkirch in Vorarlberg, wurden jedoch beim Versuch, die Grenze zur Schweiz zu überschreiten, festgenommen. Heinen wurde wegen „Rassenschande“ – so bezeichneten die Nazis intime Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen –  zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er unternahm einen dramatischen Ausbruchversuch, konnte aber seine Verlobte nicht befreien, da sie am Tage zuvor von Feldkirch nach Innsbruck gebracht  und von dort weiter nach Auschwitz deportiert worden war.  Heinen selbst wurde auf der Flucht erschossen. Die Solingerin Helene Krebs, die dem Paar versucht hatte zu helfen, wurde im Wuppertaler Polizeipräsidium vernommen, verhaftet und – hochschwanger – nach Auschwitz deportiert. Dort kam sie ums Leben.

Die Geschichte der unerhört mutigen, aber leider vergeblichen Rettung der Edith Meyer durch ihren Verlobten ist auch in der Dauerausstellung „Tora und Textilien“ in der Begegnungsstätte Alte Synagoge dokumentiert.

Termin: Dienstag, 30.Oktober 2012, 19.30 Uhr

Ort: Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Genügsamkeitstraße, W-Elberfeld

Eintritt: 3 Euro

Weitere Informationen:

T. 0202 563 2843; E-Mail: info@alte-synagoge-wuppertal.de

Internet: www.alte-synagoge-wuppertal.de

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