22.10.2012

Elektromobilität Johannes Slawig Jörg Heynkes Peter Jung Stadtverwaltung Wuppertalaktiv

Rathaus überrascht mit Anschaffung eines Elektromobils

Noch im August bescheinigte die Stadtverwaltung der Elektromobilität nur geringe Effekte auf die lokale Umweltentlastung. Jetzt überrascht das Rathaus mit der Mitteilung, ein erstes Elektroauto angeschafft zu haben. Weitere sollen folgen.

Ausriss aus der städtischen Homepage: Oberbürgermeister Peter Jung am Steuer des E-Kangoo.Ausriss aus der städtischen Homepage: Oberbürgermeister Peter Jung am Steuer des E-Kangoo.

Der Unternehmer Jörg Heynkes ist die treibende Kraft hinter der – im Vergleich zu anderen Städten – rasanten Elektromobilisierung der Wuppertaler. Die von ihm und dem Stadtmarketingverein wuppertalaktiv! gemeinsam auf die Beine gestellte Aktion W-EMOBIL 100 brachte seit Mai mehr als einhundert strombetriebene Fahrzeuge auf die Straße.

Im August wurde die Stadtverwaltung von Heynkes heftig kritisiert. Im Interview mit njuuz warf er dem Rathaus Untätigkeit in Sachen Elektromobilität vor: „Niemand hat finanzielle Unterstützung der Stadt erwartet, aber wenigstens politische und strategische. Es ist (…) definitiv nichts passiert! (…) Bis jetzt wird nur geredet, aber nichts getan.“

Auf eine Stellungnahme der Verwaltung, wonach die E-Mobilität umwelttechnisch noch keine Rolle spiele, da die Zahl der Fahrzeuge verschwindend gering sei, entgegnete Heynkes: „Da hat sie (die Stadtverwaltung, Red.) Recht! Würde sie anfangen, aktiv zu werden und Voraussetzungen schaffen, um diese zu befördern, wären wir schon viel weiter. Wenn man Umweltpolitik hier ernsthaft betreiben würde, würde man aktiv werden.“

E-Mobil-Pionier Jörg Heynkes hatte Politik und Verwaltung Untätigkeit vorgeworfen.E-Mobil-Pionier Jörg Heynkes hatte Politik und Verwaltung Untätigkeit vorgeworfen.

Auf der Facebook-Seite von W-EMOBIL 100 drückte sich Heynkes noch weitaus deftiger aus. Eine offizielle Reaktion aus dem Barmer Rathaus auf die Vorhaltungen des Unternehmers gab es natürlich nicht. Doch jetzt überrascht die Stadtverwaltung mit der Mitteilung, dass das erste Elektromobil angeschafft worden sei. Ein Renault Kangoo werde bei der zentralen Poststelle der Stadt seinen Dienst antreten. Oberbürgermeister Peter Jung und Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig ließen es sich nicht nehmen, mit dem neuen Gefährt medienwirksam auf dem Johannes Rau – Platz herumzufahren. Das städtische Presseamt veröffentlichte die Bilder heute stolz im Internet.

Praktisch: das neue Auto kommt gerade noch rechtzeitig, um an der großen Abschlussaktion der Aktion W-EMOBIL 100 am kommenden Samstag auf dem Elberfelder Laurentiusplatz teilzunehmen, wie die Verwaltung auf ihrer Homepage verkündet. Dass das gleiche Rathaus noch vor zwei Monaten der Meinung war, Elektrofahrzeuge spielten nur „eine untergeordnete Rolle“ und trügen „noch nicht spürbar zur lokalen Umweltentlastung“ bei, liest man in der Meldung nicht. Vielmehr wird Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig mit den Worten zitiert, die Anschaffung des Kangoo und weiterer E-Fahrzeuge sei „unser Einstieg in einen umweltfreundlichen und nachhaltigen Umbau der dienstlichen Mobilität“.

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Foto: Jörg Heynkes / VillaMedia

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Kommentare

  1. Ist davon noch irgendwer überrascht? Dass sich der OB nur dort „engagiert“, wo er Presse erwarten kann?

  2. Menzel sagt:

    Wenn Herr Heynkes noch lernt, sein Luxusspielzeug nicht auf dem Gehweg zuparken, sondern sich an die für alle geltenden Regeln hält, fänd ich ihn wegen der Emobil Initiative auch sympathisch.

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