18.01.2010

Mit Wuppertal geht’s aufwärts

Das sind doch mal endlich gute Nachrichten: Schon 40 "Schneeknöllchen" konnte das Ordnungsamt der Stadt Wuppertal verteilen. Geld, mit dem gerade auch aufgrund des Klimawandels keiner rechnen konnte. Und da ist noch mehr drin.

Da soll noch mal einer sagen, in Wuppertal habe man keine guten Ideen. Da hat doch jemand ein probates Mittel gegen das leere Stadtsäckel gefunden, das Schneeknöllchen! Hauseigentümer, die den Gehweg nicht ordnungsgemäß von Schnee und Eis befreit haben, können nun mit 50 Euro belangt werden. 40 dieser Knöllchen konnten die fleißigen Ordnungsamtsmitarbeiter schon verschicken, das sind satte 2.000 Euro! Was man damit alles machen kann! Wer jetzt denkt, das sei der einzige Zweck – weit gefehlt!

Eine sinnvolle Schutzmaßnahme, denn die Hauseigentümer werden damit ja vor noch größeren Ausgaben geschützt! Schließlich könnte doch mal irgendein Faulpelz vorbeikommen, sich theatralisch zu Boden werfen, dabei seine Verletzung vom gerade beendeten Skiurlaub anbringen und den Hauseigentümer verklagen! Haaa, da ist die Stadt aber vor!

So geht es natürlich nicht! Hier ist ein Schneeknöllchen fällig!So geht es natürlich nicht! Hier ist ein Schneeknöllchen fällig!

Nicht der einzige Vorteil dieser neuen kommunalen Regel: Endlich kann man seinem ungeliebten Nachbarn mal ordentlich einen reinwürgen! Wenn der nämlich nicht sofort bei der ersten Schneeflocke auf die Straße springt und seinen Bürgersteig aber mal sowas von sauber kehrt, kann der jetzt einfach beim Ordnungsamt angezeigt werden! Ist das nicht super?!
Es soll sogar findige „Blockwarte“ geben, die sich den Wecker stellen, um sich mit einem Blick aus dem Fenster der nicht nachgekommenen Räumpflicht des Nachbarn zu vergewissern!

Nur Vorteile also, die man dem „Schneeknöllchen“ auch nach genauer Prüfung einräumen darf.

Was machen wir aber, wenn kein Schnee mehr liegt und auch keiner mehr fällt – mit Blick auf den Kalender muss man dies ja befürchten. Hier müssen Alternativen für die schneefreie Zeit gefunden werden. Schließlich verfügen Hauseigentümer über Geld und da muss man in diesen Zeiten ran.
Wie man ja nun weiß, sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit Kameras ausgerüstet, so sollten sie auch in Zukunft durch die Stadtteile fahren und nach Beweislage für folgende Vergehen Verwarnungen aussprechen bzw. auch gleich Knöllchen verteilen:
– dreckige Gardinen/Fenster
– Unkraut im Vorgarten
– verschmutzte Autos auf der Garageneinfahrt
Sollte der Hauseigentümer im Jogginganzug anzutreffen sein und offensichtlich keiner sportlichen Tätigkeit nachgehen, auch Knöllchen und zwar sofort.

Das ist keine Schikane, wir müssen schließlich alle was gegen leere Stadtkassen tun und das dient ja auch der Verschönerung unseres Stadtbildes (außerdem muss man dem */!!#!-Nachbarn ja zu jeder Jahreszeit beikommen können).

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Kommentare

  1. ProMotions sagt:

    Wunderbar 🙂
    Wie wäre es noch mit Knöllchen für das unsägliche „Auf-den-Boden-spucken“ (oder auch auf den Rasen beim Fussball), für weiße Stiefeletten, in den Knien hängende Baggys, künstliche Fingernägel, Nasen- und Augenbrauenpiercings, jedes „äh“, „ähm“ und „woll“, Schweißgeruch und gelbe Zähne? Achja – und wenn wir schon dabei sind: Knöllchen für jedes Handyklingeln und laute Telefongespräche bei Veranstaltungen, im Café und überall da, wo andere Menschen sich entspannen oder in Ruhe unterhalten möchten

  2. roswitha muyer sagt:

    liebe ctevd,
    wat können sie schön böse sein! das macht spass! mehr davon!

  3. Redaktion_1 sagt:

    Endlich mal ein kreatives Konzept. Der Kämmerer hat ja immer verlangt, dass man eigene Vorschläge zur Verbesserung der Haushaltslage macht.

    Ich glaube, ich sollte mal meine Fenster putzen, bevor das Ordnungsamt meckert…

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