19.04.2012

Konzert zum Gedenken an die Opfer der Deportation am 21. Juli 1942

Zur Erinnerung an die vor 70 Jahren nach Izbica deportierten 64 Wuppertaler Juden veranstaltet die Begegnungsstätte Alte Synagoge ein Gedenkkonzert mit dem neuen wuppertaler streichtrio und Werken von Arnold Schönberg und Alfred Schnittke

Nachdem im Oktober und November 1941 bereits über 450 Menschen aus Wuppertal in die Ghettos von Lodz (Litzmannstadt) und Minsk deportiert worden waren, mussten sich am 21. April 1942 erneut 64 jüdische Männer und Frauen am Bahnhof Wuppertal-Steinbeck einfinden. Unter den Deportierten befanden sich auch mehrere junge Erwachsene, u.a. die halbseitig gelähmte Rabbinertochter Recha Auerbach, Michael Kesting, Edith Kurek, Irmgard Baum und Jutta Lewin. Gegen ihre verharmlosend als „Evakuierung“ genannte Verschleppung hatten ihre Mütter in Berlin protestiert. Unter Androhung „staatspolizeilicher Maßnahmen“ wurde ihnen verboten, weitere Schritte zu unternehmen. Alle Deportierten aus Wuppertal wurden zunächst mit einem regulären Personenzug nach Düsseldorf verbracht, wo ein großer Sammeltransport mit rheinischen Juden zusammengestellt wurde. Er verließ den Bahnhof Düsseldorf-Derendorf am nächsten Morgen mit dem Ziel Izbica, ein kleiner Ort im so genannten „Generalgouvernement“ – ganz in der Nähe des Vernichtungslagers Sobibor. Keiner der Deportierten aus Wuppertal überlebte den Transport.

Aktuelle Stellenangebote:

Das „neue wuppertaler streichtrio“ hat sich 2004 aus Mitgliedern der Sinfonieorchester Wuppertal und Dortmund formiert. Das Trio, bestehend aus Jakob Schatz (Violine), Michael Gehlmann (Viola) und Denis Krotov (Violoncello), widmet sich gleichermaßen der Pflege der tradtitionellen wie der neuen Streicherkammermusik. Sie ist in dieser Form die kleinste solistische und transparenteste Gattung. Das Ensemble hat bereits mehrere CD-Produktionen und Uraufführungen realisiert, darunter von Werken der Komponisten Lutz-Werner Hesse und Joseph Kolkovic sowie Ersteinspielungen von Streichtrios von Theodor Blumer und Theodor Blumer.

neues wuppertaler streichtrio: Jakob Schatz, Michael Gehlmann, Denis Krotov (Foto: Gerald Hacke)

Programm: Arnold Schönberg (1874-1951), Streichtrio op. 45, Alfred Schnittke (1934-1998), Adagio aus dem Streichtrio von 1985

Samstag, 21. April 2012, 20.00 Uhr, Ort: Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Genügsamkeitstraße, Eintritt: 5,00 Euro

Weitere Informationen: www.alte-synagoge-wuppertal.de; www.wuppertalerstreichtrio.de

Anmelden

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.