17.04.2012

Warum die Deutschen? Warum die Juden?

Der Berliner Historiker und Publizist Götz Aly stellt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Konsumtempel und Ort der Moderne - 100 Jahre Warenhaus Tietz in Wuppertal" in der CityKirche sein kontrovers diskutiertes Buch über die Gründe von Antisemitismus und Holocaust vor

Seit vielen Jahren stellt der Berliner Historiker Götz Aly Fragen an die nationalsozialistische Vergangenheit und kommt immer wieder zu unbequemen Fragen. Wer die deutsche Geschichte und die der eigenen Familie besser verstehen will, muss sich mit den – stets kontrovers diskutierten – Befunden Götz Alys auseinandersetzen. Auch die Vorgeschichte ist eine von Menschen und uns Heutigen wohlbekannten menschlichen Regungen – gespeist aus Gleichheitswahn, Neid und Rassenhass.

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Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ergriffen viele Juden die Chance der neuen wirtschaftlichen Freiheit, auch die Brüder Leonhard und Oscar Tietz, die aus der Enge ihrer kleinstädtischen Existenz ausbrachen, sich als Kaufleute versuchten und innerhalb weniger Jahre durch Innovationsfreude, Geschick, Weitsicht und Verantwortungsbewußtsein den Einzelhandel revolutionierten und die Entwicklung vom Kaufhaus zum modernen Warenhaus beförderten. Wie die Tietz-Brüder  strömten damals viele Juden in die Berufe der neuen Zeit: Sie wurden Kaufleute, Unternehmer, Ärzte, Rechtsanwälte, Banker oder Journalisten und ließen ihren Kindern gute Bildung angedeihen. Um 1900 gelangten jüdische Schüler achtmal häufiger zum Abitur als christliche. Die in ihrem sozialen Aufstieg langsameren nichtjüdischen Deutschen reagierten mit Neid und Missgunst. Sie forderten „Christenschutz statt Judenschutz“. Sie suchten Rückhalt im (nationalen) Kollektiv, sie steigerten ihr Selbstwertgefühl, indem sie andere abwerteten – die Juden. Daraus – aus nationalem Dünkel, Neid und Rassenhass – entstand schließlich ein gefährlicher Nährboden für den radikalen Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft.

Vortrag und Diskussion mit Götz Aly

Mittwoch, 18. April 2012, 19.30 in der CityKirche Elberfeld, Kirchplatz.

Eintritt: 7 Euro.

Eine Veranstaltung der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal in Kooperation mit de evangelischen CityKirche

Weitere Informationen:www.alte-synagoge-wuppertal.de


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