31.03.2012

Karfreitag: Johannespassion in der Alten Kirche Wupperfeld

In der Passionsschilderung nach Johannes schlummern viele musikalische Facetten. In diesem Jahr erklingt sie in der Vertonung von Johann Friedrich Fasch, einem Zeitgenossen Johann Sebastian Bachs. Der Eintritt ist frei.

In der traditionsreichen Musik zur Sterbestunde Jesu am Karfreitag, 6. April, um 15.00 Uhr in der Alten Kirche Wupperfeld (Bredde 69) steht in diesem Jahr die Johannespassion von Johann Friedrich Fasch, einem Zeitgenossen und Freund Johann Sebastian Bachs auf dem Programm.

Aktuelle Stellenangebote:

Das Reizvolle dieser Musik nach dem Libretto von Barthold Heinrich Brockes ist ihre Schlichtheit und die gegenüber dem vertrauten Bachschen Werk enorme stilistische Modernität. Es kaum zu glauben, dass die Musik Bachs und die von Fasch im gleichen Jahr 1723 zur Erstaufführungen kamen. Ganz der fast mozartschen Empfindsamkeit zugewandt, setzt Fasch ganz auf die Wirkung des Melodischen. Dramatische Wendungen und erschütternde Szenen bleiben außen vor. So rückt die Schilderung der Szenen in ein mildes Licht der Besinnlichkeit und der Selbstbesinnung. Mehr als bei Bach steht in der Musik von Johann Friedrich Fasch die Frage nach den moralischen Konsequenzen, die aus der Vergegenwärtigung der Geschehnisse auf Golgatha erwachsen, im Mittelpunkt, typisch für die Zeit der Frühaufklärung. Die beiden großen Teile der Passionsmusik werden durch drei Motetten aus den Cantionae Sacrae von Heinrich Schütz gerahmt. Diese Musik ist ganz anders gelagert. Sie will nicht auferbauen, sondern versteht sich als Interpretation und Auslegung des Textes. Der Komponist, Heinrich Schütz erhebt den Anspruch, Prediger und Exeget der Heiligen Schrift zu sein. Es entsteht in diesem Konzert somit ein enormer Spannungsgegensatz, in die Musiken stilistisch auseinander zu streben scheinen. Es ist der Text der Schrift, in dem beide Werke wieder zusammenfinden. Mitwirkende sind: Jutta Hotz, Sopran, Heike Bader, Alt, Marco Schweizer, Tenor, Alexander Schmitt, Bariton und das Bergische Kammerorchester unter der Leitung von Matthias Lotzmann.

Anmelden

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.