06.01.2012

Bergische Kunstgenossenschaft Johannes Birkhölzer Radierungen

Kritische Collagen

Auch im 80. Lebensjahr ist der Wuppertaler Künstler und Kunstpädagoge Johannes Birkhölzer noch aktiv

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Johannes Birkhölzer wurde 1931 in Essen geboren und wollte schon früh etwas Künstlerisches machen. So zog es ihn zwischen 1952 und 59 an die Kunstakademien Freiburg und Düsseldorf, wo er unter anderem bei Rudolf Dischinger, Otto Coester und Otto Pankok Malerei und Druckgrafik studierte und vor allem Lithografien und Radierungen fertigte. Der letzteren Stilrichtung ist er bis heute treu geblieben. Grundlage damals wie heute sind Experimente: zunächst, um die Radierung in ihrem Prinzip verstehen zu können, und später, um sich weiterzuentwickeln.
Nach dem Staatsexamen folgte in den 1970er Jahren der Weg als hauptamtlicher Kunsterzieher in Wuppertal. Die Tätigkeit als Künstler blieb zunächst nebenberuflich. Doch die Kunst blieb genauso wichtig, wie der Lehrerberuf. So bewarb sich Birkhölzer bei der Bergischen Kunstgenossenschaft (BKG), in der er viele Kunstkollegen hatte, mit denen er sich gut verstand. Und auch der BKG ist er treu geblieben.
An der Kunstakademie Düsseldorf hatte Birkhölzer seine Frau Hilde Birkhölzer-Dehnert kennengelernt, die wie er bis heute künstlerisch tätig ist. Doch jeder habe sein eigenes Programm – und sehe die Kunst des anderen durchaus auch kritisch. Nur manchmal kommt es zu Verknüpfungspunkten, zum Beispiel wenn es um alte Grabmale geht. Denn während seine Frau den Themen Tod und Vergänglichkeit ihre Aufmerksamkeit schenkt, sind es bei ihm Landschaften.
Die Inspiration zu seiner Kunst findet Birkhölzer vor allem auf Reisen, unter anderem an den Rhein. Eine Serie beinhaltet zum Beispiel die Gegenüberstellung alter Ansichten und heutiger Aussichten von der möglichst gleichen Stelle. Als Grundlage dienen ihm dabei Stiche aus dem 19. Jahrhundert.

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Legenden und Mystik

Dabei spielen immer auch Legenden und Mystik dieser Orte bei der künstlerischen Arbeit eine Rolle. Als weitere Komponente bezieht er zudem die Literatur mit ein, die ihm etwas über die Orte erzählt, noch bevor die his-torischen Stiche entstanden sind. So entstehen in den seltensten Fällen einfache Abbildungen des heutigen Ausblicks, sondern durchaus auch kritisch zu bezeichnende Collagen mit zahlreichen Einflüssen und Eindrücken.
Andersherum kommt in seiner Kunst eher selten vor, was sich kaum verändert hat und im Zweifel noch romantisch überhöht wurde. Den Reiz für seine Kunst machten starke Veränderungen oder aktuelle Ereignisse aus, wie zum Beispiel ein Schiffsunglück, bekennt Birkhölzer. Die künstlerische Herausforderung bestehe dann darin, wie man zum Beispiel verschmutztes, kontaminiertes Wasser auf der Druckplatte darstelle. Dabei schließt sich der Kreis zu seinem Studium, denn die Lösung liegt im Experimentieren, in diesem Fall mit Ätzvorgängen.
Sein neuestes Projekt befasst sich mit Orten mit einem besonderen geschichtsträchtigen Hintergrund, etwa mystische Orte oder ehemalige Versammlungsorte, zu denen es aber keine Stiche als Vorlage gibt. Ein großes Thema der letzten Jahre seien für ihn zudem Fresken gewesen, unter anderem in Südtiroler Kirchen, nach denen er Studien gemacht und diese später gemalt habe. Zudem gibt es einen Zyklus zu den Savoyen mit Acrylbildern – denn „es gibt Dinge, die man nur in der Malerei darstellen kann“. Aber: „Radierungen überwiegen ganz sicher“, bekennt Birkhölzer, wenn es um sein Gesamtkunstwerk geht. Das wurde zuletzt – zum 80. Geburtstag – in einer großen Retrospektive der Bergischen Kunstgenossenschaft gezeigt.

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