23.12.2011

Silentmob Wuppertal

Beim so genannten Silentmob in Wuppertal haben sich heute (23.12.2011) knapp 150 Menschen vor den City Arkaden versammelt. In besinnlicher Stille wurde den Opfern der fremdenfeindlichen-Morde in Deutschland gedacht und sie legten Kerzen, sowie rote und weiße Rosen neben Gedenkzetteln für die Opfer.

In der Eröffnungsrede wurde betont, dass man nur eine Plattform anbieten möchte, um den Opfern zu Gedenken und das man keine bestimmte Form des Gedenkens vorgeben werde. Weiterhin erklärte man kurz nochmal die Symbolik der Rosen und des gewählten Mottos, dass man in Anlehnung an Cicero, dem römischen Redner, ausgesucht habe.

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Zum Abschluss der Erklärung, wurde darauf verwiesen, dass es keine Abschlusskundgebung geben werde, jede/r solle alleine die Form und die Dauer wählen.

„Wir wollen schweigen, um zu schreien!“

„Uns war es wichtig, den Tod von Unschuldigen nicht für eigene Interessen schamlos zu missbrauchen, aber dennoch ein Zeichen gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Faschismus, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Intoleranz fängt bereits mit Sprache an und nicht erst ab der Beerdigung“ beklagt Mustafa Esmer, einer der Organisatoren. Man hoffe, dass die deutschen Medien aus diesem Fauxpas gelernt hätten, wie entmenschlichend teils die gewählte Sprache sei. Auch seien die benannten Aspekte keine Phänomene, die man nur am rechten Rand der Gesellschaft wiederfinden würde, sondern in allen Gesellschaftschichten“. Gerade die verwandte Sprache, „wenn es um People of Color geht ist meist diffamierend und beleidigend“, dieses sei die größte Bedrohung für den sozialen Frieden in Deutschland, unterstreicht er seine Ausführungen.

„und genau das ist ein Silentmob“

„Genau das meinen wir“, beschreibt Ali Özgün „und genau das ist ein Silentmob“, als Passanten, denen die Aktion nicht bekannt war, sich bei den Organisatoren erkundigen und sich spontan einige Minuten Zeit nahmen, um den Opfern zu gedenken, „manche kauften sogar noch auf die Schnelle Rosen“. Die Menschen sind voll lieb“, so Berkant Celik, der sich gerade mit einer älteren Dame unterhalten hatte. „Sie sagte, dass sie es sehr schön findet, was wir machen und dass es uns gelungen sei, wirklich ein besinnliches Gedenken zu organisieren“.

„Das Leben & der Tod eines jeden Menschen ist eine Botschaft, mögen wir stark sein, diese Botschaft zu hören und aus ihr zu lernen“

Viele Teilnehmer hinterließen persönliche Botschaften die von den Verantwortlichen eingesammelt wurden und die hohe Anzahl sei ein Beweis für den Bedarf, so die Organisatoren einhellig. Man werde aus diesen ein Plakat erstellen und den Angehörigen der Opfer zukommen lassen.

Dem Anlass genügend, löste sich der Silentmob, gegen 18:00h auf und alle Anwesenden gingen zufrieden nach Hause. Es habe keine negativen Zwischenfälle gegeben, Viele hätten spontan teilgenommen und von bewusst Teilnehmenden habe man durchweg positives Feedback erhalten.

Die Organisatoren sagen: „Danke, Wuppertal und wir werden eure Botschaft übermitteln“.

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