08.06.2011

Zoo sieht keine Probleme in der Eisbärhaltung

In einer Dokumentation des WDR war dem Wuppertaler Zoo vorgeworfen worden, Eisbären unter nicht artgerechten Bedingungen zu halten. Der Zoo weist die Kritik jetzt zurück.

Vilma und Lars im Wuppertaler Zoo (© WDR)

In der Kritik: Eisbärenhaltung im Wuppertaler Zoo (©WDR)

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Die Dokumentation „die story“ vom vergangenen Montag hatte dem Wuppertaler Zoo vorgeworfen, das Eisbärengehege sei zu klein und verursache Verhaltensauffälligkeiten bei Eisbärweibchen Vilma. Außerdem sei das Männchen Lars eine Inzuchtgeburt und daher nicht als Zuchttier geeignet.

Zoo-Kurator André Stadler hat jetzt auf Anfrage von njuuz Stellung bezogen:

Halten Sie weiterhin an der Absicht fest, dass Lars Nachkommen zeugen soll?

Lars hat nur einen geringen Inzuchtkoeffizienten und keine Inzuchtschäden. Er ist als Zuchtmann geeignet.

Ist die Haltung von zwei Eisbären auf der vorhandenen Fläche aus Ihrer Sicht artgerecht bzw. vertretbar? Oder sind Änderungen bzw. Umbauten oder Erweiterungen geplant?

Die Eisbärenanlage entspricht im Landteil den gültigen Mindestanforderungen, der Wasserteil liegt mehrfach darüber. Natürlich wäre eine Erweiterung der Eisbärenanlage wünschenswert. Sie ist aber noch nicht finanziert.

Teilen Sie die Auffassung, dass Vilma stereotypische Verhaltensweisen zeigt und – wenn ja – worauf führen Sie diese zurück?

Vilma ist aus einem anderen Zoo bereits mit Verhaltensauffälligkeiten gekommen. Wir versuchen, diese durch tierpflegerische Maßnahmen zu verringern. Die Stereotypien haben mit der Größe unsere Anlage aber nichts zu tun.

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Kommentare

  1. Zoobesucher sagt:

    @ Frank Albrecht
    Die Leitlinie sieht das Gesamtgehege und keine Einzelgehege. Nur Sie teilen die Einzelgehege auf. Nur Sie ignorieren die Möglichkeit des Wechsels in den einzelnen Gehegen. Sie bestehen immer noch auf die Inzuchtgeschichte mit der theoretischen Möglichkeit einer Schädigung, obwohl die nur schwache Vermutungen sind, die nur in Ihrem Kopf gewachsen sind, ohne das konkreten Fakten haben. Die Zoos sind nicht in der Beweispflicht, sondern Sie. Warum sollen die Zoos die Pflicht haben zu beweisen, dass dies an den Haltungsbedingen liegen. Pflicht wem gegenüber? Ihnen, damit Sie die Zoos kaputt machen können? Damit Sie Ihrem Ziel näher kommen, die Zoos abzuschaffen. Damit Sie Ihre vegane Vorstellungen durchsetzen können. Die Zoos unterliegen der Aufsichtspflicht ihrer Gremien.

    In der Doktorarbeit stehen keine Fakten zu Leiden. Oder die Erstellerin interpretiert die Ergebnisse ganz anders als Sie. Ihre Dokumentation ist für mich keine Grundlage, denn sie ist ein Sammelsurium von Grundlagen, die in der Regel von Ihnen in Ihrem eigenen Sinne interpretiert wurde. Das hat mit Wissenschaft nicht zu tun.

    Jerka hatte Stereotypen. Wie lange im Laufe eines Zeitfensters sie stereotypisierte ist hier das wesentliche Thema. Das war kein Versuch vom Thema abzulenken, sondern ist ein wesentlicher Faktor. Es ist schon wesentlich ob ein Tier kurz stereotypisiert, oder ein wesentlicher Teil eines Zeitfensters. Fahren Sie doch mal nach Wuppertal und schauen Sie sich Vilma an.

  2. Zoobesucher sagt:

    Es war fast eine gute Sendung, die allerdings leider von Tierrechtsgedanken durchzogen war und so auch die Objektivität teilweise verloren hat.

    Lars hat seine Zuchtfähigkeit bewiesen, dass sein Nachwuchs nicht überlebt hat, ist nicht dem Bär sondern den Verhältnissen im Zoo Berlin und seinen Weibchen anzulasten und das hat sicherlich nichts mit seinen Eltern zu tun. Das er durch diese Verbindung zu Schaden gekommen ist, ist eine PETA-Vermutung, die durch die PETA Medienmaschinerie unbewiesen verbreitet wurde und von den Medien unreflektiert übernommen wurde. Leider auch in diesem Beitrag.
    Ja Vilma zeigt eine Stereotype, die allerdings nicht in Wuppertal entstanden ist. Diese Verhaltsauffälligkeit sieht zwar für den Menschen schlimm aus, sie schadet dem Tier aber auch nicht. Das Tier leidet auch nicht darunter.

    Ja, das Gehege in Wuppertal ist zu klein, aber andere Gehege sind vorbildlich. Der ganze Beitrag hatte für den unbedarften Zuschauer nur eine Zielrichtung: Schafft die Eisbärenhaltung und die Zoos ab. Dies ist falsch. Schade, hier ist die Chance vertan worden eine objektive Berichterstattung abzugeben. Offensichtlich ist das der Zeitgeist einer Minderheit.

    1. Keiner hat gesagt, dass die Todesrate NUR aufgrund von Lars Inzucht herrühren muss. Aber da der Zoo Berlin mit Sicherheit die Obduktionsberichte der toten Babys nicht veröffentlicht, ist es durchaus möglich. Und das Eisbärinnen ungesunden Nachwuchs ignorieren und nicht groß ziehen, ist bekannt. War dies der Grund dafür warum Tosca Knut ignorierte?
      Warum Sie hier PETA ins Spiel bringen weiß ich nicht, sie haben sicherlich ihren grund dazu. hat aber mit mir nichts zu tun.
      Jerka zeigte auch Stereotypien, falls sie es nicht gelesen haben sollten. Und wie sie wissen lebte Jerke ihr ganzes Leben in Wuppertal. Welcher Zoo ist hier Schuld?
      Und doch, Stereotypien sind Ausdruck für Leiden. Und doch, es schadet den Tieren, da sich eine Stereotypien unter schlechten Bedingungen manisfestiert und Eisbären in Gefangenschaft im Durchschnitt jünger sterben als in Freiheit.
      Und Stereotypien ist Ausdruck von stress, der auf Dauer alles andere als gut ist. Und haben Sie sich den WDR Bericht wirklich richtig angesehen und Herrn Prof. Würbel verstanden?

      Herr Würbel ist aufgrund seiner wissenschaftlichen Erfahrung gegen eine Eisbärenhaltung!

      1. Zoobesucher sagt:

        Sie arbeiten nach dem Ausschlussprinzip. Nach dem Motto es könnte möglich sein, weil Andere nicht so wollen wie Sie. Nicht zu vergessen die vielen Fragen, die Sie stellen und Andere beantworten lassen.

        Ich bringe hier PETA ins Spiel, weil wenigsten ein Teil der Videoaufnahmen und Recherchen in der Doku von PETA gemacht wurden. Warum Sie sagen das Sie nichts damit zu tun haben, ist mir schleierhaft. Sie haben die Geschichte mit den Tierhändlern recherchiert und die Eisbärenrecherche für PETA geschrieben, oder stimmt das nicht?

        Zeigen Sie mir das Leiden der Eisbären, beschreiben Sie es wenigstens. Bisher konnte das noch kein Anderer, vielleicht sind Sie der Erste. Das Prof. Würbel gegen die Eisbärenhaltung ist, ist bekannt.

        1. Völlig falsch. Fakten sprechen für sich. Potenz ist kein Beweis für gesunde Nachkommen. Und noch einmal, ich habe nie gesagt, dass die Todesrate allein auf die Inzucht von Lars zurückzuführen ist.
          Eisbärinnen vernachlässigen ihren Nachwuchs oft, wenn sie feststellen das dieser nicht gesund ist (Aussage Zoodirektor Zoo Rostock!)
          Wo stand unter den Filmaufnahmen „Peta“? Denn diese bestehen darauf, dass dies eingeblendet wird. Das waren keine Aufnahmen von denen. Bringen Sie doch mal hierzu den Beweis!
          Verhaltensstörungen sind Ausdruck von Leiden! Sie haben Dauerstress der sie erkranken lässt (Fell- oder Gelenkprobleme und psychische leiden). In der Doku werden genügend wissenschaftliche Beweise/ Aussagen hierzu gemacht.
          Ich habe auch nicht gesagt, dass ich mit der Recherche nichts zu tun hatte. Ich habe Sie lediglich gefragt, warum sie in Bezug auf die für alle sichtbaren Verhaltensstörungen und dem Inzuchtfaktor, PETA ins Spiel bringen. Entweder reden wir darüber oder über die Inhalte einer Tierschutzorganisation!

  3. Zur Inzucht:
    Wenn man bedenkt, dass die Sterberate von Lars bisherigen Nachwuchses (10 Babys) bei 100% lag, dann ist die Zoo-Aussage zur Zuchtfähigkeit schon sehr fragwürdig. Übrigens haben Vilma und Lars, mit Eisbär Olaf aus dem Zoo Rostock, auch einen gemeinsamen Verwandten. Wuppertal betreibt also mit Inzucht-Eisbär Lars jetzt selbst wieder Inzucht. Inzucht ist die Zucht mit nahen Verwandten. Laut Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) soll Inzucht vermieden werden um die genetische Vielfalt aufrecht zu erhalten. Hier wird das Gegenteil getan.

    Zur Gehegegröße:
    Auch wenn das Landteil der Wuppertaler Hauptanlage (204 m2) den deutschen Leid-Linien entspricht, heißt dies noch lange nicht, dass die Eisbären in Wuppertal ideale und artgerechte Bedingungen vor-finden. Die derzeit gültigen Mindestanforderungen sind so veraltet, dass man berechtigt von Leid-Linien sprechen kann. Österreich gesteht seinen Eisbären übrigens 400 m2 zu und Amerika 500 m2. Derzeit werden neue Mindestanforderungen erstellt und deutsche Zoos sind kaum daran interessiert die deutschen Gehegegrößen diesen internationalen Standards anzupassen. Das sagt doch alles.
    Die Aufzuchtanlage hat übrigens nur ein Landteil von ca. 35 m2. Eine Veterinärbehörde dürfte also der zwei Jahre andauernden Aufzucht durch eine ausgewachsene Eisbärin nicht zustimmen, da diese Anlage nicht den Leid-Linien entspricht. Doch der Zoo hat nachweislich Zuchtabsichten mit Vilma und Lars.

    Zu Verhaltensstörungen von Vilma_
    Mit Verhaltensauffälligkeiten und Stereotypien versuchen Eisbären Stress abzubauen. Ein viel zu klei-nes oder extrem reizarmes Gehege wie in Wuppertal führt u.a. und ganz offensichtlich zu Dauerstress. Das kann man nicht für gut heißen.

    Auch versuchen Eisbären (Einzelgänger) in Gefangenschaft sich so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen. Bietet eine solch kleine Anlage diese Möglichkeit nicht, sind die Eisbären im Dauerstress und leiden nachweislich darunter. Übrigens verbrachte Eisbärin Jerka, die Vorgängerin von Vilma, ihr gan-zes Leben auf dieser Anlage und zeigte, laut einer Untersuchung von 2002-2004, ebenfalls drei For-men der Stereotypien und die Verhaltensauffälligkeit des Maulklappens. Die Kritik an den Haltungsbe-dingungen in Wuppertal ist also mehr berechtigt.

    Da Eisbären in Gefangenschaft nicht leidensfrei gehalten werden können, da die Tiere selbst auf gro-ßen naturnahen Anlagen Stereotypien zeigen (siehe Dokumentation), sollte Wuppertal die Haltung langfristig aufgeben.

    Frank Albrecht

    1. Wuppertale sagt:

      Die Sterberate des Nachwuchses hat nichts mit Inzucht zu tun. Lars hat seine Zeugungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Da ist absolut nichts Fragwürdiges dran.
      Laut einer Doktorarbeit aus dem Jahre 2006 hat der Landanteil von 441 qm. Das heißt nicht, dass diese Anlage nicht verbessungswürdig ist. Die Mutter-Kindanlage ist mit ca. 50 qm wirklich klein, aber die Gesamtanlage entspricht trotzdem den Richtlinien, denn anders als bei PETA wird die Gesamtanlage gezählt. Mutter-Kind-Anlage und der andere Gehegeteil sind miteinander verbunden und die Tiere können wechseln. Auch mit einem Jungtier ist ein Wechsel in Wuppertal jederzeit möglich. Die Veterinärbehörden dürften kein Problem mit der Anlage haben.
      Vilma hat diese Stereotype mit nach Wuppertal gebracht. Sie zeigte dieses Verhalten in Rostock und auch in Nürnberg. Dieses Verhalten kann Stressabbau sein. Das ist möglich. Es gibt aber keine ernsthafte Untersuchung darüber ob die Tiere auch darunter leiden.
      Es ist auch richtig, dass Jerka stereotypisierte. Das ist aber nicht alleine ausschlaggebend. Es ist auch eine Frage, ob das Tier ablenkbar ist und wie lange dieses Verhalten andauert. Sie sprechen eine Untersuchung aus den Jahren 2002 – 2004 an. Dort ist auch vermerkt, dass Jerka nur an 12,4% der gesamten Beobachtungspunkte stereotypisierte und das vielfach unterbrochen.
      Eisbären sind Einzelgänger, das schließt aber ein Zusammenleben nicht grundsätzlich aus. Hier ist auch die Wesensart der einzelnen Tiere zu berücksichtigen. Stuttgart, Mulhouse sind gute Beispiele für ein harmonisches Zusammenleben.

      Ich möchte die verbessungswürdige Anlage in Wuppertal nicht schönreden, aber nur stereotypes Verhalten als Grundlage für die Abschaffung der Eisbärenhaltung zu sehen, ist etwas dünn.

      1. Wenn Nachwuchs aufgrund von Missbildungen oder Krankheit stirbt, hat dies sehr wohl mit vererbeten Inzuchtdepressionen zu tun. Da Zoos Opduktionsergebnisse geheim halten (siehe Delfine Nürnberg), besteht diese Möglichkeit durchaus. Eine so hohe Sterberate nur auf das Verhalten der Mütter
        zu schieben, ist wie die Stereotypien von Vilma nur auf den Zoo in Rostock zu schieben. Die Anlage dort ist übrigens ein vielfaches größer als die Wuppertaler-Betonburg. Möchte gern mal Rostock hören, wenn die erfahren ihre Eisbären würden dort verhaltensgestört sind.
        Ich habe auch nicht geschrieben, dass die Hauptanlage nicht den Richtlinien enstpricht! Aber eine Richtlinie aus dem Jahr 1994 ist im jahr 2011 alles andere als fortschrittlich zu bezeichnen. Aber selbst auf riesigen naturnahen Anlagen wie in Nürnberg, Gelsenkirchen, Hannover, Karlsruhe zeigen Eisbären ausgeprägte Verhaltensstörungen. Warum wohl? Nur eine Frage der Anlagengröße?
        Und das Verhaltensstörungen Leiden bedeutet können sie in vielen (auch zooeigenen) Pubikationen nachlesen, übrigens auch in der von ihnen zitierten Doktorarbeit (ab Seite 201). Enrichement kann sicher die Tiere von den Stereotypien ablenken, aber nur kurzfristig. Wenn sie Wuppertal kennen werden sie es sicher nicht nur einmal gesehen haben. Man hat sogar festgestellt, dass nach Eisbomben die Tiere sogar noch mehr stereotype Verhaltensweisen aufzeigen.
        Die Frage der Intesivität der Stereotypien hat sicher mehrere Ursachen (Stellung in der Gruppe usw.), dennoch zeigte Jerke drei Formen und eine Auffälligkeit. Woher hat sie diese, wenn sie nur in Wuppertal war?
        Wenn sie Stuttgart als positives Beispiel anbringen, muss ich ihr Wissen über die Anlage und Tiere in Frage stellen.
        Und wenn Sie sich noch einmal den WDR-bericht ansehen, dann achten sie genau auf die Worte von herrn Prof. Würbel. Entwder haben sie es nicht gehört oder wollten nicht.

        1. Zoobesucher sagt:

          Sie haben geschrieben, dass die Veterinärbehörde einer Unterbringung in der Mutter-Kind-Anlage nicht zustimmen würde, weil sie nicht der Leitlinie entspricht. Darauf habe ich geantwortet.

          Sie betreiben Wortglauberei und weichen aus, z.B. auf die Delfinhaltung in Nürnberg. Sie betonen ja schon wieder, dass die Opduktionsergebnisse geheim gehalten werden, um Ihre Spekulation begründen zu können. Der männliche Part hat mit der Aufzucht der Jungen nachweislich nichts zu tun. Beweisen Sie doch das diese Sterblichkeit eine Folge von einer einmaligen Inzucht ist.

          Natürlich ist die Gehegegröße nicht alleine ausschlaggebend. Reden Sie sich nicht mit anderen Publikationen heraus, benennen Sie die wissenschaftlichen Grundlagen dafür. Der Verfasser dieser Studie wäre sicher nicht mit Ihrer Interpretation einverstanden, denn es wird in dieser Schrift nicht von Leid oder Leiden gesprochen.

          Es ist ja vollkommen richtig, dass Jerka drei Formen von Stereotypen gezeigt hat, aber nur 14 der gesamten Beobachtungsdauer. Drauf sind Sie nicht eingegangen. Ich kenne Wuppertal und die Bären dort, wahrscheinlich besser als Sie. Stuttgart habe ich als Beispiel für ein harmonisches Zusammenleben zweier Eisbären aufgeführt.

          1. Und die Mutter-Kind-Anlage ist kleiner als die Leid-Linie es vorschreibt. Eine Eisbärenmutter müsste mindestens für 2 Jahre der Aufzuchtzeit dort verbringen, dass ist Tierquälerei und müsste vomn Amstwegen verboten werden.
            Ich habe nicht gesagt, dass ein Eisbärenvater mit der Aufzucht zu tun hat. Das ist Wortglauberei die sie allein betreiben. Ein männlicher Eisbär gibt seine Gene weiter, die durch Inzucht entstanden sind. Die Möglichkeit das diese nicht gesund sind besteht. Er mag potent sein, aber wenn der Nachwuchs nicht gesund zur Welt (10 von 10 verstorbene Babys) kommt und gleich nach der Geburt stirbt, oder wie bei Knut später wegen einer Krankheit stirbt, dann muss es nicht nur am gestörten Aufzuchtverhalten von gleich drei Müttern liegen.
            Hier liegen Zoos in der Beweisschuld. Und da komme ich zu Nürnberg. Wenn Delfine dort sterben, dann hat ein Zoo die Pflicht zu beweisen, dass es NICHT an den Haltungsbedingungen liegt. Denn ein Neubau kostet Millionen SteuerEuros. Und der Steuerzahler hat das Recht, zu wissen ob sein Geld in ein vorprogrammiertes Fiasko investiert wird. Ebenso haben Zoos die Pflicht, alle Daten über Eisbären offenzulegen um zu beweisen, dass eine Haltung möglich ist oder nicht.
            Sie können in der Dokumentation auf meiner Homepage sämtliche wissenschaftliche Belege für das Leiden unter Verhaltensstörungen nachlesen. Zudem steht in der Doktorarbeit auch zu diesem Punkt genaue Fakten. Ich habe also keinerlei Pflicht ihnen gegenüber diese Fakten nochmals hier nahe zulegen.
            Vielleicht könnten Sie mir ja das Gegenteil hier nennen. Ich habe keines in sämtlichen Zoo- und wissenschaftlichen Publikationen gefunden (eher das gegenteil). Und ich habe sie alle.
            Jerka zeigte Stereotypien. Und die hat sie in Wuppertal erworben und nicht in irgendeinem anderen Zoo. Die Aussage des Zoos zu Vilma, sie hätte diese aus einem anderen Zoo war ein kläglicher Versuch vorhandene Missstände von sich zu schieben. So nach dem Motto, von uns hat sie es nicht. Eben die halbe Wahrheit.
            Wie oft und wie lange Jerka stereotyisierte war nicht das Thema. Davon lenken sie ab. Versuch war es wert.

  4. SHollweg sagt:

    „Lars hat nur einen geringen Inzuchtkoeffizienten“ – nur komisch, dass keines seiner Nachkommen überlebt hat. Die Eisbärenhaltung im Wuppertaler Zoo ist sicher nicht artgerecht (sofern überhaupt möglich), allein das ständige Zusammenleben von Eisbärpaaren ist in der Natur nicht existent (genau wie z.B. bei Elefanten, dort wird die Trennung im Zoo ja umgesetzt), aber unter diesen Bedingungen noch Nachwuchs züchten zu wollen halte ich für unverantwortlich.
    Und wie bitte sehen tierpflegerische Maßnahmen aus, die Wilma’s stereotypes Verhalten ändern sollen? Die ‚alten‘ Eisbären des Zoos hatten das auch.
    Über die grundsätzliche Thematik der Zootierhaltung lässt sich diskutieren, aber wenn es nicht annähernd artgerecht sein kann, weil ein anderes Gehege z.B. nicht zu finanzieren ist, dann lieber gar nicht.

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