07.01.2011

Über den Zustand des Nutzlosen

Am morgigen Samstag wird der Dokumentarfilm über die Wuppertaler Bühnen im Schauspielhaus gezeigt. Beginn ist um 22 Uhr.

Die Stadt Wuppertal gilt bundesweit als Sinnbild einer Kommune, die sich im Niedergang befindet. 80 Millionen Euro sollen über ein Sparpaket in den nächsten Jahren die Stadtkasse entlasten. Fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens werden betroffen sein.
Doch es regt sich Widerstand in der Stadt. Seit ihrer 24-stündigen Protestaktion und dem Welttheatertag, der kurzfristig in die Bergische Metropole verlagert wurde, sind die Wuppertaler Bühnen zum Symbol für den Protest geworden. „Wieviel Kultur darf sich eine Stadt in solch einer Situation noch leisten?“, fragt der Oberbürgermeister und engagiert Gutachter, die die Effizienz des Schauspiels untersuchen sollen. „Theater ist ein Zeichen für die Prosperität und die Aufgeschlossenheit einer Stadt“, kontert Intendant Christian von Treskow und inszeniert Tschechows „Kirschgarten“. Die Stadtspitze ruft derweil die Bevölkerung dazu auf, sich an einer Diskussion über die Art der Sparmassnahmen, die am Theater vorgenommen werden sollen, zu beteiligen.

Elf Wochen arbeiten Intendant Christian von Treskow und das Wuppertaler Schauspiel-Ensemble an der Inszenierung von Anton Tschechows „Kirschgarten“. Der Film begleitet die Schauspieler, die ihre eigene Situation in Tschechows Stück widergespiegelt sehen und zeigt ihren Diskurs.. Gleichzeitig geht der Film der Frage nach, ob das Stadttheater in Deutschland vor seinem Ende steht. Sämtliche Probenabschnitte werden dargestellt. Zusätzlich wird das private Umfeld der Schauspieler gezeigt. Eine Interviewreihe bildet das textliche Gerüst. Die Aussagen werden als Collagen verwendet und wechseln mit dem Orginalton der Aufnahmen.


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