Job & Soziales
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Passgenaue Besetzung unterstützen durch Lernpartnerschaften und Sprachtraining

06.12.2017 17:18

Im Jahr 2015 hat der Bund die Förderung der Passgenauen Besetzung von Ausbildungsstellen eingeführt, im Frühjahr 2016 die von Flüchtlingen durch Willkommenslotsen. Für deren Erfolg oder Ersetzung sind Lernpartnerschaften oder berufsbezogen es Sprachtraining günstig.

Sprachförderung ©von Pixabay

Eine erste Information über Willkommenslotsen können wir der entsprechenden Internetseite der IHK zu Düsseldorf oder des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie entnehmen. Willkommenslotsen nehmen eine Mittlerstellung ein: Sie sollen einerseits Unternehmen dabei unterstützen, unter Geflüchteten geeigneten Nachwuchs zu finden und danach die mit deren Integration in den Betriebsablauf verbunden Probleme zu lösen, andererseits ein Praktikum oder eine Ausbildung suchende Geflüchtete beraten und bei der Suche unterstützen.

Vom Start weg hatten die Aachener Willkommenslotsen die größten Vermittlungserfolge. Zwei Willkommenslotsinnen, die interviewt wurden, berichteten, dass sie an berufsbildenden Schulen nachgefragt hatten. Und ein Malermeister, der mit einem Afrikaner gute Erfahrungen gemacht hatte, machte bei Kollegen Mundpropaganda. So etwas klappt aber wohl nur, wenn das Umfeld auch sonst Vermittlungserfolge begünstigt: Für das Jahr 2016 hat die Handwerkskammer Aachen im Rahmen der der Allianz für Aus- und Weiterbildung 46 Aktionen gemeldet, die IHK Wuppertal – Solingen – Remscheid drei. Der quantitative Vergleich ist etwas irreführend, da Handwerkskammern für einen ganzen Regierungsbezirk zuständig sind, sich bei der genannten IHK die Zuständigkeit aber auf das Bergische Städtedreieck beschränkt. Es gibt aber auch qualitative Unterschiede. Bei einem erheblichen Anteil der Aachener Aktionen ging es um die „Ratifizierung KURS-Partnerschaft Schule – Unternehmen“. Über die Lernpartnerschaften steht in dem InternetArtikel „KURS-Lernpartnerschaften und Schulkooperationen“ der Kreissparkasse Köln:

Lernpartnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen sind wesentlicher Baustein der Öffnung von Schulen für die Wirtschaft und der Wirtschaft für die Schulen. In KURS begegnen sich Schulen und Unternehmen als Partner. Von diesen Lernpartnerschaften profitieren beide Seiten. Schulischer Unterricht richtet sich näher an der Praxis aus, wirtschaftliche Bildung bekommt praxisnahe Inhalte und Schüler werden für Ausbildung und Studium fit gemacht. Unternehmen präsentieren sich als interessante Arbeitgeber mit Perspektiven für die Zukunft.

Die Ziele dieser Kooperationen sind:

  • Erweiterung und Festigung der bisherigen guten Zusammenarbeit durch eine verbindliche Vereinbarung
  • Dauerhafte Kooperation und lebendiger Austausch der Kooperationspartner durch verbindliche Absprachen und regelmäßige Gespräche
  • Präsentation der Kreissparkasse Köln als interessanten Arbeitgeber mit Perspektiven für die Zukunft  Frühzeitiger Kontakt der Schüler mit Themen aus Wirtschaft und Arbeitswelt
  • Frühzeitige Vorbereitung der Schüler auf die künftigen Aufgaben in Ausbildung und Beruf

Zwischen der Sparkasse Wuppertal und dem Wilhelm Dörpfeld Gymnasium wurde im Jahr 2013 ein solches Bündnis geschlossen. Heute weist die Internet-Seite des Kurs21 e.V. in Wuppertal sechs Lernpartnerschaften aus – hauptsächlich mit Gesamtschulen und Gymnasien. Für einen Erfolg der Willkommenslotsen wären aber Lernpartnerschaften mit Trägern von Integrationskursen wünschenswert. Vielleicht hilft auch eine gezielte Maßnahme an einer Institution wie der Benedict Schule Köln oder der Gröne Schule weiter. Das Wuppertaler Bildungszentrum ist eine Außenstelle des Remscheider Grone Bildungszentrums. Auf deren Internetseite steht:

Individuelles Berufsbezogenes Sprachtraining

Dauer: 8 Wochen Veranstaltungsart: Trainingsmaßnahme Veranstaltungszeit: Teilzeitveranstaltung Abschluss: keine Angaben Abschlussprüfung: Nein Termin(e):

 Laufend bis Grone-Bildungszentrum Wuppertal, Am Brögel 13, 42283 Wuppertal

Fördermöglichkeiten:

  • Bildungsgutschein

Grundsätzlich ist es möglich, dass bei Grone Bildungszentren eine vom JobCenter geförderte Maßnahme durchgeführt wird, für die Geflüchtete einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) bekommen können. Ein Praktikum z.B. bei der GESA wäre eine gute Ergänzung.

Eine andere Möglichkeit wäre eine duale berufliche Grundqualifikation – Fachsprache in Verbindung mit praktischer Tätigkeit -, wie sie für Metallberufe in einem Projekt an der Lehrwerkstatt Solingen angeboten wird.

Die Projekte „Passgenaue Besetzung“ und „Willkommenslotsen“ werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert, das erste auch von der EU. Gefördert werden in der Regel Vollzeitstellen, und der Lotse muss qualifiziert sein. Entsprechende Kurse werden angeboten. Antragsberechtigt sind Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern sowie Kammern freier Berufe und ähnliche Organisationen der Wirtschaft. Es scheint eine Art von „regionalen Monopolen“ zu geben: Wo die Handwerkskammer aktiv ist, da ist es die IHK nicht und umgekehrt. In Aachen und Köln ist die Handwerkskammer aktiv, in Düsseldorf und Wuppertal die IHK. Dass augenscheinlich jeweils einer der Bereiche allein gelassen wird, könnte zu Verzerrungen im Stellenangebot für und in den Erfolgsaussichten von Geflüchteten führen. Deshalb wäre es wünschenswert, dass überall sowohl Handwerk als auch Industrie und ggf. auch freie Berufe Willkommenslotsen einsetzen. Dass es nicht ganz so dramatisch ist, wie es scheinen mag, in Gestalt von Rainer Weißmann einen Starthelfer hat, d.h. sich ebenso wie die IHK Düsseldorf am Landesprojekt “Verbesserung der Ausbildungssituation von Betrieben und der Ausbildungschancen von Jugendlichen in NRW durch Starthelfende Ausbildungsmanagement” zur Besetzung von offenen Ausbildungsstellen mit geeigneten Bewerbern beteiligt und auf ihrer Internetseite den Punkt „Ausbildung und Beschäftigung von geflüchteten Menschen“ hat.

 

Kontakte

 

Grone Bildungszentrum Remscheid

Andreas Thielmann Ansprechpartner AVGS & FbW 02191 – 6928 864 a.thielmann@grone.de

Grone Bildungszentrum Wuppertal:

Am Brögel 13

 

Handwerkskammer Düsseldorf:

Rainer Weißmann Berater Projekt Starthelfer

Tel. 0211 8795-604 rainer.weissmann@hwk-duesseldorf.de

 


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