Kultur
 |  | 20.4. | 

Lesekreis soziale Dreigliederung

20.04.2017 23:34

Vor hundert Jahren wurde Rudolf Steiner von Politikern gebeten, seine Vorstellungen einer Dreigliederung zu präsentieren. In Baden-Württemberg und Oberschlesien schien deren Einführung denkbar. Ist soziale Dreigliederung ein Fall für Historiker oder ist sie hochaktuell?

© S. Bürk

Eine der drei gesellschaftlichen Glieder ist das Bildungswesen, und dieses solle vor allem frei sein. Wie steht es darum heute? Eltern, Schüler und Lehrer fühlen sich durch zentrale Vorgaben gegängelt, Minderheiten fühlen sich vom Schulwesen ausgeschlossen. Presse und Medien sollten der Bildung dienen, werden aber von vielen als unehrlich und parteiisch empfunden. Im Grunde wird immer mehr die Dominanz des politischen Staates über das Bildungswesen beanstandet.

Doch nicht nur der Staat greift störend in das Bildungswesen ein, auch die Wirtschaft macht an Universitäten und immer mehr auch an Schulen und erst recht in den Medien ihren unguten Einlufss geltend. Ungut ist dieser Einfluss im Sinne der Dreigliederung nicht weil Politik oder Wirtschaft schlecht wären. Ganz im Gegenteil, aber sie hätten in Bildungs- und Kulturfragen nichts zu suchen.

Fast schon gewöhnt haben wir uns daran, dass die Wirtschaft in die Politik eingreift. Wer viel Geld hat, kann die Gesetzgebung beeinflussen. Im Gegenzug finden wir es inzwischen normal, dass die Politik die Wirtschaft steuern will und unentwegt in wirtschaftliche Prozesse eingreift.

Soziale Dreigliederung will dafür ein Bewusstsein wecken, dass das Bildungswesen, die Wirtschaft und der politische Staat drei eigenständige Glieder eines gesamten gesellschaftlichen Organismus sind. Nur wenn man die Eigenheiten der drei Segmente kennt und respektiert, könne die gesamte Gesellschaft gut gedeihen. Sowohl über die Kernbereiche dieser drei Glieder als auch über ihr sinnvolles Zusammenwirken müsse man sich klar werden.

Werden diese drei Glieder hingegen unreflektiert vermischt, entstehen chaotischen Verhältnisse, die so weit gehen können, das Kriege daraus entstehen. Es ist keine Zufall, dass der Dreigliederungimpuls am Ende des ersten Weltkrieges entstand.

Wer sich mit den Ideen der Dreigliederung beschäftigt, stößt auf tiefgründige Antworten zu heutigen Fragen. Ein Gesprächskreis in Wuppertal will sich dieses Gebiet erschließen und liest in dem Buch “Die Kernpunkte der Sozialen Frage” .

Die nächsten Termine sind: Montag 24.04 . und 08..05, Jeweils um 19 Uhr in der Färberei in Wuppertal-Oberbarmen. (Peter-Hansen-Platz 1)

http://www.bgebge.de/Lesekreis/


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