Wirtschaft
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Kann Düsseldorf besser rechnen als Wuppertal?

06.06.2015 13:48

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel fordert für das Filetgrundstück in Düsseldorf am Kö-Bogen 50.000 Euro pro Quadratmeter, insgesamt 100 Millionen Euro. In Wuppertal begnügt man sich mit ca. 320 Euro pro Quadratmeter für das Grundstück am Döppersberg. Warum?

Die Rheinische Post zitiert den obersten Bürger der Stadt mit „Er wolle im Interesse der Stadt einen möglichst hohen Preis dafür. Das ist die Aufgabe eines achtsamen Kaufmanns.“. Respekt. Dieses Selbstbewusstsein gegenüber Investoren fehlt Wuppertal.

Faktor 156 ?

In Wuppertal hat man sich viel zu früh an einen einzigen Investor gebunden und erst danach einen Preis durch einen Ausschuss finden lassen.  Die Grundstücksverkäufe kann man sicherlich nicht direkt vergleichen, obwohl es sich in beiden Fällen nach Aussagen der Städte um die Filetgrundstücke handelt, aber wie erklärt sich ein Faktor von mehr als 156?

Antwort der Kommunalaufsicht steht aus

In Anbetracht der Aufwertung des gesamten Döppersberg durch die aktuellen Investitionen ist der Verkaufspreis in Wuppertal so niedrig, dass Nachfragen bei der Landesregierung unerlässlich waren. Die Antworten auf die Anfang Februar gestellten Anfragen an die Staatskanzlei und die Bezirksregierung stehen aus und sind in Bearbeitung.

In dem Projekt Döppersberg stecken ca. 65 Millionen Euro Landesmittel, deswegen geht ein Großteil des Erlöses aus dem Grundstücksverkauf zurück an das Land NRW. Eine Anrechnung von Aufgaben und Ausgaben für den Investor auf den Grundstückspreis wirkte sich also für die Stadt Wuppertal durchaus kostensenkend aus.

Stadt, Land, Bund – mehr vernetztes Denken ist erforderlich.

Eine Gewinnmaximierung beim Verkauf ist absolut notwendig – auch wenn die Erlöse erst einmal an das Land gehen. Wuppertal ist immerhin mit mehr als 2 Milliarden Euro verschuldet und ruft fortlaufend nach Landesmitteln, aktuell z.B. eine neue Summe von 45 Millionen Euro für eine Seilbahn, die eigentlich auch dem Gesamtprojekt Döppersberg zugerechnet werden müsste. Mit der Seilbahn soll der Verkehr entlastet und Käufer den neuen Investorenprojekten zugeführt werden.

In Bezug auf den Grundstücksverkauf sollte sich Wuppertal ein Beispiel an Düsseldorf nehmen und mehr Selbstbewusstsein gegenüber Investoren entwickeln.

Wuppertal Döppersberg Baustelle

Wuppertal Döppersberg Baustelle ©Clemens Hölter


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9 Kommentare zu „Kann Düsseldorf besser rechnen als Wuppertal?“
  1. Heribert Stenzel sagt:

    Wir von der Ratsfarktion der WfW haben damals schon den niedrigen Kaufpreis kritisiert

    • Kritik – ok, wichtig ist auch nachfragen, nachfassen, prüfen lassen – schlicht dran bleiben, mit der Zeit kommt vieles ans Tageslicht.

      • Heribert Stenzel sagt:

        Wir haben nachgehackt und erhebliche Diskrepanzen im Quadratmeter Preis zwischen dem oberen Platz und dem unteren Platz festgestellt. Allerdings alles in nicht öffentlicher Sitzung. Uns wurde dann mitgeteilit wir könnten ja Einsicht ins Gutachten nehmen oder uns bei der Beziersregierung beschweren. Damit war die Sache erldigt.

        Stenzel

        • Als Bürger von NRW habe ich mich an die Staatskanzlei und die Bezirksregierung gewandt, die Antworten stehen aus. Als Ratsmitglied gibt das auch Sinn.

          Der Gutachterpreis ist auch deswegen nicht akzeptabel gering, wenn man weiß, dass umgelegt mehr als 2000 Euro pro Quadratmeter mit dem Umbau in das gesamte Areal investiert wird. Der kommende Ertragswert der Grundstücke muss ja auch noch berücksichtigt werden.

          Oben drauf kommt auch noch die spezielle Vertragskonstruktion mit den Luxemburger Gesellschaften – lt. Verwaltung aus “rechtlichen und/oder steuerlichen Gesichtspunkten”.

          Ich empfehle Ihnen die angebotene Einsicht in das Gutachten und ggfs. ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister von Düsseldorf.

  2. Südstadter sagt:

    An welchen Investor hat man denn verkauft? Vielleicht der Selbe der hier sowieso alles baut? Der tut ja soviel für unsere Stadt, hätt’ man ihm eigentlich schenken sollen… ;)

  3. Elberfelderin sagt:

    Liebe/r Verfasser/in des Beitrags,
    mal wieder höchst interessante und nachdenklich (oder sogar schon wütend?) machende Informationen, ohne dass erkennbar ist, wer es geschrieben hat! Die Preisspanne der qm-Preise ist sehr groß, ich frage mich auch, warum eigentlich….

    • Sehr geehrte “Elberfelderin”, um auf dieser Plattform den Verfasser zu sehen, müssen Sie auf den njuuz-Namen klicken. Diesen finden Sie oben zwischen der Rubrik und dem Datum. Hier ist es “W-Fragen.de (Clemens Hölter).

  4. E.v. Barnekow sagt:

    in dieser Stadt gehen die Uhren halt anders…….. aber die €320,- sind immer noch ein “Vermögen” zu dem was die Stadt für das IKEA-Gelände ausgehandelt hat.

    Aber man möchte ja einen Investor nicht verprellen und bei 2 Mrd. Schulden ist es ja eigentlich egal ;-)

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