Wirtschaft
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Wuppertaler Seil(bahn)schaften – Geld ausgeben ohne Ende, wirtschaftlich?

19.05.2015 15:52

Eine Seilbahn soll in Wuppertal realisierbar und wirtschaftlich zu betreiben sein. Das behaupten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Auf welcher Basis?

Machbarkeitsstudie ist noch nicht fertig?

In den Medien ist zu lesen dass die WSW im letzten halben Jahr eine Machbarkeitsstudie zur Realisierung einer Seilbahn in Wuppertal erstellt hat. Aktuell lädt die WSW zu Veranstaltungen für BürgerInnen ein, um das Projekt transparent zu erklären. Für eine Diskussion auf Augenhöhe benötigen Sie im Vorfeld das nötige Wissen. Zu einer Bürgerbeteiligung gehört auch das Bereitstellen von Informationen. Doch die „Machbarkeitsstudie“ sucht man  vergeblich.

Auf Nachfrage am 18.05.2015 bei der Konzernkommunikation erfährt man erstaunliches „Die Endfassung der Studie liegt uns (WSW) noch nicht vor. Sobald sie da ist, werden wir sie auf der Internet-Seite veröffentlichen. Die Kernfragen werden aber bereits auf seilbahn2025.de geklärt.“

Doch Medien und Wuppertaler Politiker schreiben „Die WSW haben eine Machbarkeitsstudie vorgelegt.“  Was wurde denn da „vorgelegt“?

Gehört das Geld nicht zur Kernfrage?

Auf der von einer Agentur erstellten Internetseite „seilbahn2025.de“ gibt es allgemeine Informationen auf sieben Seiten zu verschiedenen Bereichen, es fehlen wichtige Details. Unter „Ausblick“ erfahren Sie, dass Sie wirtschaftlich betrieben werden kann. Doch woher kommt das Geld? Ein wesentlicher Punkt fehlt.

Bezahlt der VRR 45 Millionen Euro der geplanten 50 Millionen Euro?

In den Medien tauchen Informationen auf, dass der VRR den Großteil der Kosten übernehmen soll. Eine Nachfrage beim VRR ergab, dass es dort keine zu dem Vorgang passenden Informationen gibt! Wer weiß da in Wuppertal mehr als der VRR selber?

Es könnte sich eher um eine geplante Bewerbung für (Landes)-Fördergelder handeln.

Nur zur Information – der Wuppertaler Kämmerer Dr. Johannes Slawig und  die Ratsmitglieder Volker Dittgen(SPD) und Peter Vorsteher (Bündnis 90/Die Grünen) sind Mitglied im Verwaltungsrat der VRR AÖR. Dr. Slawig ist auch Mitglied der WSW mobil GmbH und Mitglied im Aufsichtsrat der WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH.

Risiken – welche?

Weiter lesen Sie auf der Internetseite „Aber natürlich birgt ein solches Großprojekt auch Risiken.“ Jetzt erwarten Sie Informationen, stattdessen geht es weiter mit „Vor allem aber stellt sich die Frage: Wollen die Menschen in Wuppertal eine Seilbahn?“

Bochum gegen Wuppertal oder beide? Einzigartig? Alleinstellungsmerkmal?

In Bochum gibt es auch Planungen für eine Seilbahn im Stadtgebiet. Geht es jetzt um ein Wettrennen welche Stadt eine Seilbahn erhält oder hat der VRR/das Land NRW Geld für beide Städte? Wuppertal ist hoch verschuldet und plant weiter neue Großprojekte, die nur mit einem immensen Förderanteil funktionieren. Wenn alle Städte in Deutschland so denken, werden wir uns weiter verschulden.

Wirtschaftlich?

Auch der WSW-Aufsichtsratsvorsitzende und NRW-Landtagsabgeordnete Dietmar Bell schreibt auf seiner Parteiseite, dass die Seilbahn wirtschaftlich darstellbar erscheint und twittert „Förderung bis 90%“. Die Förderung muss der Bürger aber zahlen. Wirtschaftlichkeit ist, wenn die  Erlöse größer sind als die Kosten. Schöne Ideen gibt es viele.

Wirtschaftlich ist anders.

 

Wuppertal Blick von der Universität auf die Stadt

Wuppertal Blick von der Universität auf die Stadt ©Clemens Hölter


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1 Kommentar zu „Wuppertaler Seil(bahn)schaften – Geld ausgeben ohne Ende, ...“
  1. Webby sagt:

    Die Bochumer Pläne sind wesentlich unkonkreter. Da fehlen noch viele Details. Was WSW-Konzept wirkt da viel ausgereifter. Interessant ist das Zitat eines Bochumer Planers: “Ich verstehe bis heute nicht, warum man lieber Tunnel baut und es bis heute in der Region keine zweite Schwebebahn gibt.”
    Was mich allerdings wundert, sind die Euro-Beträge. Bochum will für eine erste Strecke nur 36 Mio benötigen und für drei Strecken 100 Mio. Die Bahn in Wuppertal soll 50 Mio kosten. Irgendjemand arbeitet hier mit Luftbuchungen…

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