Politik
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Verdienen die Döppersberg-Flüsterer 1600 Euro pro Tag?

16.03.2015 15:00

2014 wurde für die “Kommunikationsstrategie Döppersberg” 350.000 Euro ausgegeben. Die Ratsmehrheit beschloss nun die Verlängerung mit weiteren 714.000 Euro für die Firma „Müller + Busmann GmbH & Co. KG“. Über eine Million Euro – für was?

Verdienen die Berater 1600 Euro am Tag?

Der Auftrag basiert auf drei Bausteinen mit insgesamt bis zu 384 Beratertagen und einem Baustein für die redaktionelle Erstellung einer Zeitung (9 Ausgaben mit je 8 Seiten) pauschal kalkuliert.  Die Druckkosten in Höhe von 100.000 Euro für die neun Ausgaben kommen übrigens noch oben drauf und werden von der Stadt direkt bezahlt.

Antworten auf Fragen an die Verwaltung zum Kommunikationsprojekt stehen noch aus. Unter der Annahme, dass die Herausgeberpauschale (Baustein 3) für eine Ausgabe so hoch wie die Druckkosten ca. 11.000 Euro beträgt, ergeben sich für einen durchschnittlichen Beratertag ca. 1600 Euro – das wären 200 Euro pro Stunde – nicht schlecht.

Das Projekt wurde nicht ausgeschrieben obwohl die Beträge über den Schwellenwerten liegen, weil das angeblich wegen der kreativen Leistung nicht geht. Wurden Alternativen durch Drittfirmen für die erneute Vergabe geprüft?

Die Vergabe wurde auch sehr variabel gestaltet, so sind die Beratungsleistungen gegenseitig deckungsfähig. Für eine Dienstleistungsfirma sind das traumhafte Zustände.

Ach ja und sollte das Geld noch nicht komplett bis zum Ende 2017 ausgegeben sein, dann können Leistungen auch noch im ersten Halbjahr 2018 in Anspruch genommen werden. Irgendwas passiert immer.

Was für Bausteine? Zitate aus der Beschlussvorlage vom 17.02.2015

Baustein 1  – „Inhaltliche Steuerung und Führung einer „Strategischen Kommunikation“ in persönlicher Verantwortung und Tätigkeit durch Herrn Prof. Dr. Busmann.“ 195 Beratertage.

Baustein 2 – „Verfassen und Unterstützen von Texten, Konzepten etc. unter leitender Verantwortung von Herrn Prof. Dr. Busmann und ausführender Unterstützung von Redaktions-MitarbeiterInnen.“ 81 Beratertage.

Baustein 3 – „Herausgabe des Döppersberg-Journals (8 Seiten) in persönlicher Verantwortung im Sinne des Presserechts durch Herrn Prof. Dr. Busmann und ausführender Unterstützung von Redaktions-MitarbeiterInnen.“ Keine Beratertage, sondern pauschal kalkuliert.

Baustein 4 – „Pflege der Website unter redaktioneller und konzeptioneller Leitung von Herrn Prof. Dr. Busmann und ausführender Unterstützung von Redaktions-MitarbeiterInnen.“ 108 Beratertage.

Fakt ist, die Stadt Wuppertal hat ein eigenes Stadtmarketing, ein Presseamt, eine Internetseite, betrieb einen Informationspavillon und die Projektleitung Döppersberg liefert fortlaufend Sachinformationen. Viele der Informationen werden zugeliefert.

Was macht man dann für eine Million Euro zusätzlich und warum bekommen das so wenige Wuppertaler mit? Wie überlappen sich dabei die Tätigkeiten der verschiedensten Einrichtungen? Effizient ist anders.

Was bedeutet „erfolgreich“?

„Aufgrund der absehbaren kommunikativen Herausforderungen im weiteren Verlauf des Projektes Döppersberg insbesondere bezogen auf die Vermittlung des Baufortschritts und die Bedeutung des Projektes im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung“ hält es die Verwaltung für zwingend erforderlich die erfolgreiche Arbeit mit den Externen fortzusetzen.

Was bedeutet erfolgreich und wie wurde das gemessen? Die Kosten-Nutzen-Relation muss hier dringend überprüft werden.

Was wurde bisher gemacht?

Es wurde u.a. eine Zeitung mehrmals  herausgegeben, eine webbasierte App realisiert, die  „stark visualisierend und mit emotionalisierenden Bildern unterlegt ist“ und eine Internetseite betrieben.

Nur am Rande – Stichwort Bildsprache – die erste Ausgabe der Zeitung startete mit einem Bild vom „Signature Capital Investorenprojekt“ auf der Titelseite. Auf der Seite 6 ist ein Interview mit dem Investor, wo ich erfahre, dass besorgte Bürger den Investor wegen der B7-Sperrung angeschrieben haben.

Mehr als ein Jahr ist vergangen und der Stadtrat ist voll überzeugt, dass gute Arbeit geleistet wurde, denn sonst hätte man das Projekt nicht verlängert.

Wie hat man das Projekt überprüft, welche Evaluierungen sind zum Start Anfang 2014 festgelegt worden?

Wen wundert es, dass durch die Wochenzeitung Talwärts vor kurzem nach mehr als einem Jahr Kommunikationsprojekt in einem irgendwie weichgespült wirkenden, fast dreiseitigen Interview versucht wurde mehr oder weniger die Arbeit der Döppersberg-Flüsterer zu erklären.

Irgendwie falsch herum.

Wuppertal Döppersberg Baustelle

Wuppertal Döppersberg Baustelle ©Clemens Hölter


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5 Kommentare zu „Verdienen die Döppersberg-Flüsterer 1600 Euro pro Tag?“
  1. kein haaner sagt:

    erinnert sich noch jemand an https://www.openpedition.de/petetion/online/ja-zu-primark-und-ikea-in-wuppertal ?
    243 unterstützer und noch 16 tage.

    da mich viele angeschrieben haben und ich ja den gegnern nur zeigen will, dass sie in einer absoluten minderheit sind …

  2. Elberfelderin sagt:

    Das ist alles richtig. Aber lieber Verfasser bzw. liebe Verfasserin, wer bist du denn? Da sind wir auch beim Thema Transparenz…

  3. P Reichert sagt:

    Die Ergebnisse des sogenannten Kommunikationsexperten Johannes Busmann sind hochnotpeinlich. Dass ein solches Magazin ebensowenig wie die beste Internetseite die Kritiker nicht umzustimmen vermag, muss nicht eigens erwähnt werden. Die Befürworter müssen zudem nicht mehr überzeugt werden.

  4. wuppertalerin sagt:

    Sorry, aber dieses Käseblättchen ist weniger interessant als die Bäckerblume und höchstens zum Einwickeln von Kartoffelschalen geeignet- rausgeschmissenes Geld- aber wir haben’s ja…….

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